Andalou über sich selbst!

Hallihallo, ich bin der Andalou!

Ich bin ein recht gemütlicher Hesse und ein geborenes Voltipferd!

Mit meinen mittlerweile 26 Jahren gehöre ich zwar nicht mehr zu den Allerjüngsten, aber (laut meinen Voltimädels) ganz bestimmt mit zu den besten aller Voltigierpferde.

Schon seit ich denken kann drehe ich meine Runden auf dem Zirkel. Am liebsten in einem schwungvollen Galopp. Oh Mann, wenn ich erst richtig in Fahrt gekommen bin, dann fällt es mir unglaublich schwer wieder anzuhalten. Besonders wenn bei Turnieren auf dem Nachbarzirkel Pferde stehen die prusten, schnaufen und mich ganz verrückt machen.

Alle möglichen Leute – egal, ob jung oder alt, ob groß oder klein, dick oder dünn- lasse ich auf mir herumturnen, ohne mich aus der Ruhe bringen zu lassen oder irgendwelche Anstalten zu machen. Warum auch, das wär ja doch bloß unnötige Anstrengung. Außerdem gefällt es mir im Kreis herum zu galoppieren – das hält jung und macht fit! Schließlich muss man auch als in die Jahre gekommener Wallach vor den Stuten auf unserem Waldhof in Oestrich-Winkel noch was hermachen, oder nicht?!

Ich bin sowieso der Auffassung, dass man immer nur so alt ist, wie man sich fühlt. Im Gelände fühle ich mich beispielsweise wie ein Vierjähriger; die frische Luft, das grüne Gras, die Sonne, das Gefühl der Freiheit...Auch wenn ich mich vor jedem Baumstupf erschrecke.

Allerdings werde ich 80 Jahre älter, wenn jede Woche Freitag  um halb fünf meine Voltis im Stall antanzen!!!

Und dann durchlebe ich jedes Mal ein Wechselbad der Gefühle: Erst werde ich von acht Mädels gleichzeitig gestriegelt, geputzt, gestreichelt, und gelobt. Das ist toll, da fühle ich mich jedes Mal wie Gott in Frankreich. Doch dann dauert es nicht lange, bis Ines mit dem Gurt kommt und jedes Mal neue Varianten ausprobiert, den Gurt an mir zu befestigen.

Aber zum Glück lenke ich mich ja oft ab, indem ich an unserem Holzanbindebalken koppen kann, nachdem mich Steffi mit Leckerlis vollgestopft hat.

Habe ich den Gurt dann erst mal auf dem Rücken, kehrt häufig meine Müdigkeit zurück. Tja, da kommt es öfters mal vor, dass ich mitten in der Kür einfach mal in den Trab falle. Sicher spielt da auch mein Alter wieder eine Rolle. Vieles geht halt mit 26 nicht mehr so locker von der Hand.  Darum finde ich es auch äußerst unangebracht, dass meine Voltis immer lachen, wenn mir vor dem Richtertisch plötzlich einfällt, dass ich vielleicht meine Blase entleeren müsste. Aber ich verzeihe ihnen dass eigentlich immer, weil ich ein sehr geduldiges und ausgeglichenes Pferd bin. (Auch wenn mich der Baba immer erst kurz anschreien muss, wenn ich in den Hänger gehen soll.) Ich lasse ihnen eigentlich allgemein sehr viel durchgehen:

Hartes Landen beim Stützschwung rücklings oder krumme Füße, die sich in meinen Rücken bohren. In solchen Fällen denke ich immer:  „Don´t worry, be happy!“

Immerhin werde ich nach dem Training ja mit reichlich leckeren Sachen uns ausgiebigem Putz- und Pflegeprogramm verwöhnt.

Ich bin gerne ein Voltigierpferd und möchte es auch noch so lange wie möglich bleiben!